Ein Synonym für kubanische Percussion

   

Congas, die Hand-Trommeln, welche in der lateinamerikanischen Percussion am häufigsten zum Einsatz kommen, begegneten mir zunächst ganz unabhängig ihrer Wurzeln in allen möglichen Musik Genres - ob im Reggae, Funk, Jazz oder zur House und Lounge Musik.

 

Auf meiner Kuba Reise durfte ich dann einen kleinen Ausschnitt des musikalischen Reichtums dieser Insel erleben und lernen, dass sie dort nicht Conga, sondern Tumbadora genannt wird. Auch die für mich gewohnte Zusammenstellung von mindestens zwei Trommeln, ist auf Kuba unüblich – Sie wird oft als Einzelinstrument verwendet.

 

Die Tumbadora spielt den Tumbao, den Grund- oder Mutterrhythmus dieser Trommel. Der Tumbao ist das meist gespielte und in unserem Kulturkreis bekannteste Pattern. Es gibt zahlreiche Variationen, die alle der populären Musik zugeordnet werden können.

 

Grob lässt sich die Vielfalt kubanischer Musik in „Músika Popular“, „Músika Traditional“ und „Género Comparsa“ (Straßenumzüge/Karneval) unterteilen.

 

Ihre Geschichtte beginnt mit der Sklaverei. Afrikaner aus unterschiedlichen Regionen, wurden von christlichen, spanischen Sklavenhändlern nach Kuba verschleppt.

 

Sie verboten ihnen, ihre afrikanische Religion. Dennoch bemühten sich einige Sklaven, ihre Bräuche und den Glauben an die afrikanischen Götter zu bewahren.

 

Einige Gruppen mussten ihre Religion im Geheimen praktizieren, andere gaben den afrikanischen Orishas (Göttern) christliche Namen und konnten durch diese Tarnung ihren Glauben aufrechterhalten. Die bekannteste ist wohl die Santeria.

 

Mit diesen Bräuchen überlebte auch die vielfältige Musiktradition, wie z.B. die Batá-Trommeln der Yoruba, die während der Santeria gespielt werden und auch die Musik und Tänze der Batú aus dem Kongo.

 

Den Namen Conga führt man auf die Bezeichnung für die Handtrommel der Batú aus dem Kongo zurück (Congo-Conga).

 

Natürlich kam es auch zur Verschmelzung mit spanischer Musik. Hier wären z.B. Rumba und der Son als bedeutendste Stilrichtungen zu nennen.

Aber auch Merengue oder Calypso sind aus afrikanischen und europäischen Elementen entstanden.

 

In den 40er und 50er Jahren bereisten viele Amerikaner die Insel. Nordamerikanischer Jazz und kubanische Musik beeinflussten sich gegenseitig und vorbereiteten die Ära des Latin-Jazz und Salsa.

 

Der Einfluss traditioneller und populärer Musik aus Cuba reicht bis in die aktuellsten Entwicklungen des Pop, Jazz und Fusion auf der ganzen Welt.

In der modernen, populären Musik verändern sich die Rhythmen, die Zusammenstellung der Instrumente, die Technik aber auch die Bezeichnungen der Trommeln.

 

So haben die, bei uns im Handel ausgezeichneten -

 

Quinto = hohe Trommel

 

Conga = mittlere Trommel

 

Tumba = tiefe Trommel

 

– auf Kuba einen ganz anderen Kontext. Dort variieren die Namen der Tumbadoras je nachdem, in welchem traditionellen Zusammenhang sie eingesetzt werden.

 

Als Quinto wird beispielsweise eine hoch gestimmte und schlanke Tumbadora bezeichnet, die im Rhythmus Conga und im Rumba improvisiert und soliert.

 

Die Congas werden in Fassbauweise konstruiert und das Fell wurde zunächst in den Korpusrand genagelt, bevor in den fünfziger Jahren die Schraubspannung mit Andruckreifen erfunden wurde.

 

Als charakteristische Technik ist hier die „floating hand“ zu nennen.

 

Diese moderne kubanische Technik - mit ihren sparsamen Bewegungen und verkürzten Wegen - hat sich erheblich weiterentwickelt.

 

Denn das Spielen der Congas ist eine ziemlich körperliche Angelegenheit, die wenn man mehrere Stunden akkurat spielen möchte, eine vernünftige Technik erfordert.

 

Zu ihrer Entwicklung haben unter anderem Giovanni Hidalgo, Changuito und viele mehr beigetragen.

 

 

 

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